Rund sind alle meine „Buchse“

, , Leave a comment

Buchs? Wie langweilig, dachte ich immer, exakt gestutzte Kleinhecken an Beetränder vor Augen. Auch die klassischen Schnittfiguren in Schlossparks fand ich doch recht angestaubt.

Tschja, auch Gartenansichten entwickeln sich. Inzwischen kullern so einige Buchskugeln in unserem Garten herum. Mit stolzgeschwellter Brust darf ich anmerken: aus nur 3 gekauften Minipflänzchen  alle selbst gezogen. Buchsnachwuchs gelingt mir, ist wahrscheinlich einfach genug. Alle sind gewöhnliche Buxus sempervirens, aber nach Wuchstempo und Farbe wohl verschiedene Sorten, soll ja über 50 geben. Der bekannte „Blaue Heinz“ ist dabei, läßt sich am einfachsten vermehren (bei mir).

Schnittform? Kantiges ist nicht so meins, fast von selber formten sich kugelige Büsche, immergrüne Rundungen. Auf der Nordseite im Schlagschatten vom Haus habe ich 2005 dreieckige Beete angelegt, komplett in Buchs eingefasst. Und er wächst und wächst.

 

Die kleinen Mützchen auf einigen Rundlingen sind aus Spielereien mit der Enkelin entstanden, mal sehen, was sie noch draus schnippelt.

Ich versuche mich jetzt mal an einer Kegelform, aber ich glaub, der wird auch wieder eine Kugel.

Bisher schneide ich sie von Hand, für mich mit erstaunlicher Geduld. Von meiner Englandreise hab ich mir so eine eiserne Schafschere mitgebracht, sauteuer war sie, gibts inzwischen auch hier und viel billiger.
Egal, ich genieße es, damit zu schnippeln, schwelge dabei gern in Erinnerungen an die Buchspracht in englischen Landhausgärten. Unvergeßlich die markanten Gestalten im Garten von Great Dixter:

Oder die im Damengarten von Blandys Garden auf Madeira:

Schööon…. zu mir aber passen meine schlichten Rundlinge besser.

Allerdings sind unsere Wege zwischen den Reihen inzwischen kaum noch zu begehen, die Buchse machen sich trotz Scherenschnitt immer breiter. Das habe ich bei der Anlage eindeutig unterschätzt. Anders als empfohlen schneide ich nur einmal im Jahr, meist wird es sogar erst im Juli, weil es dafür unbedingt trocken und nicht zu heiß sein soll. Also warte ich lieber was länger auf passendes Sommerwetter.

Glücklicherweis hat der gefürchtete  Buchspilz Cylindrocladium buxicola bei uns noch nicht zugeschlagen, auch andere Buchskrankheiten kaum.
Damit das so bleibt. wache ich mit Argusaugen über jedes trockene Zweiglein und schneide lieber was mehr als zuwenig. Außerdem lege ich vorm Schnitt Folien aus, um soviel wie möglich vom Schnittgut einzusammeln, das ausnahmsweise in die Mülltonne wandert, nur wegen der Pilzpanik.

Fachleute raten, sich nach Alternativen zum Buchs umzusehen. O.K.,  aber noch lieben mein Buchs und ich uns von Herzen. Möge er uralt werden!

 

 

 

Leave a Reply