Buchs-Kummer? Alternativen?

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Geliebter Buchs – müssen wir wirklich auf ihn verzichten?

Ich liebe meine Buchse, davon habe ich vor einem Jahr hier ausführlich geschwärmt. Noch geht es auch allen gut.

mein Buchs

Aber immer häufiger sah ich vertrocknete oder abgestorbene Buchsbüsche. In manchen Nachbargärten und sogar großen Parkanlagen sind mitten in Umrandungen einzelne Pflanzen betroffen.

Ein Feind ist der Buchsbaumzünsler, (lat. Cydalima perspectalis), ein Falter, der dessen Raupen den Buchsbaum regelrecht entlauben, und das von innen nach außen in kürzester Zeit.

Zaghafte Hoffnung: Seine gefräßigen Raupen sollen mancherorten sogar erste tierische Gegner finden: einige Gartenvögel sind auf den Geschmack der Raupen gekommen. Hoffen wir, daß auch die hiesigen Meisen die Raupen mögen.

Auch häufiges Drüberstreichen und Durchschütteln soll die Falter bzw. Raupen ärgern und  vergrämen.
Das mache ich, aber mehr, um einen Befall frühzeitig  zu erkennen.
Es soll einige Präparate gegen die Raupen geben, im Netz gibt es reichlich Angebote. Da ich naturnah gärtnern möchte, scheue ich mich davor.

Der zweite Buchsfeind ist noch heimtückischer: Gegen den berüchtigten Pilz Cylindrocladium buxicola ist (noch) kein Kraut gewachsen.
Befallsmerkmal: Dunkle, fast schwarze Streifen an den Trieben,bräunliche Flecken auf den Blättern.
Sogar die fachkundig gepflegten Hecken im Renaissance-Garten auf der IGA hat es zum Teil erwischt. Gute Pflege schützt wohl nicht.

In einem Forum las ich einen offenbar genialen Trick, den ein sehr bekanntes Gärtnerpaar erfolgreich einsetzte: Algenkalk! https://www.gaissmayer.de/gartenmagazin/ist-er-doch-zu-retten/. (soll keine Werbung sein, nur ein Tipp, ich bekomme nix dafür!!!)

Wäre einen Versuch wert, zumal der Kalk wohl auch noch düngt.

Vorsichtshalber habe ich mir mal die bisher empfohlenen Pflanz-Alternativen  angesehen.

1. kleinbleibende Berberitzen

Kugelberberitze  Berberis frikartii Amstelveen – immergrün

Kugelberberitze – hier die auf der IGA Berlin 2017 vorgestellte Musterpflanzung

Kissenberberitze Berberis candidula „Jytte“ immergrün

Berberis candidula, auch auf der IGA vorgestellt

2. Berg-Ilex Ilex crenata, z.B. Sorte Glorie Dwarf. Wurde auch in einer Folge von „Grünzeug“  vom Ludwigsburger Barock als bewährter Ersatz vorgestellt.

 

Berg-Ilex

Wie immer bei Ilex eher nicht für schweren Boden geeignet, mag leicht sauren sandigen Boden.

3. eine neue Rhododendron-Sorte: Bloombux [Rhododendron micranthum], soll im Juni rosa blühen, wurde bei MDR-Garten vorgestellt

4. Zwergliguster Ligustrum vulgare „Lodense“
sieht dem Buchs ziemlich ähnlich, wird ca. 1m hoch, ist aber nicht immergrün, sondern „wintergrün“, verliert also teilweise sein Laub. Dafür ist er ziemlich unempfindlich, kann aber bei Schattenlage unten leichter verkahlen.

Außerdem sollen einige kleinbleibende Euonymus-Arten geeignet sein.

Wer neue Hecken anlegt, sollte sich vielleicht über solche Alternativen Gedanken machen.
Ich bleibe erst einmal dabei, alle Büsche regelmäßig zu kontrollieren. Schnittgut entsorge ich schon seit Jahren komplett über den Hausmüll. Und ja, es ist nervig, unter alle Büsche vor jedem Schnitt Folien unterzulegen. Aber lieber diese Mühen als ohne Not auf den Buchs verzichten! Es lebe der Buchs – im wahrsten Wortsinn wünsche ich uns das.

 

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